Destatis: Deutsche Wirtschaft trotzt 2012 europäischer Wirtschaftskrise

Destatis: Deutsche Wirtschaft trotzt 2012 europäischer Wirtschaftskrise

Mai 16, 2018 0 Von Peter Dietrich

Phänomen Farbe – 28.01.2013 – Wiesbaden (ots) – Die deutsche Wirtschaft ist im  Jahresdurchschnitt 2012 weiter gewachsen: Um 0,7 % war das  preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) höher als im Vorjahr. Dies ergaben erste Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis).  In den beiden vorangegangenen Jahren war das BIP sehr viel kräftiger  gestiegen (2010 um 4,2 % und 2011 um 3,0 %). Dabei handelte es sich  aber um Aufholprozesse nach der weltweiten Wirtschaftskrise 2009. “Im Jahr 2012 erwies sich die deutsche Wirtschaft dagegen in einem  schwierigen wirtschaftlichen Umfeld als widerstandsfähig und trotzte  der europäischen Rezession”, sagte Roderich Egeler, Präsident des  Statistischen Bundesamtes, heute auf einer Pressekonferenz zum  Bruttoinlandsprodukt 2012 in Wiesbaden. Allerdings habe sich die  deutsche Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte deutlich abgekühlt.

Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts erwies sich der Außenhandel angesichts eines schwierigen außenwirtschaftlichen  Umfelds als sehr robust: Deutschland exportierte im Jahr 2012  preisbereinigt insgesamt 4,1 % mehr Waren und Dienstleistungen als  ein Jahr zuvor. Gleichzeitig stiegen die Importe lediglich um 2,3 %.  Die Differenz zwischen Exporten und Importen – der Außenbeitrag –  steuerte 1,1 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum 2012 bei und war damit  einmal mehr wichtigster Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft.

Die Binnennachfrage entwickelte sich unterschiedlich: Zwar wurde  im Inland mehr konsumiert (+ 0,8 % bei den privaten und + 1,0 % bei  den staatlichen Konsumausgaben). Die Investitionen konnten aber  erstmals seit der Wirtschaftskrise 2009 keinen positiven Beitrag zum  BIP-Wachstum liefern. Sie gingen zum Teil deutlich zurück: Die  Bauinvestitionen um 1,1 % und die Ausrüstungsinvestitionen sogar um  4,4 %.

Charakteristisch für die Entstehung des Bruttoinlandsprodukts im  Jahr 2012 ist eine Zweiteilung der Wirtschaft: In den  Dienstleistungsbereichen legte die preisbereinigte  Bruttowertschöpfung gegenüber 2011 zum Teil kräftig zu. Dagegen  rutschten sowohl das Produzierende Gewerbe ohne Baugewerbe (- 0,8 %)  als auch das Baugewerbe (- 1,7 %) ins Minus. Insgesamt stieg die  preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche genau  wie das BIP um 0,7 %. Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte 2012 mit  41,6 Millionen das sechste Jahr in Folge einen neuen Höchststand. Die Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes  Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen, ging 2012 um 0,3 % zurück. Je Erwerbstätigenstunde gerechnet nahm die Arbeitsproduktivität dagegen  um 0,4 % zu, weil das Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen weniger stark gestiegen ist als das Bruttoinlandsprodukt.

Wiesbaden – Die Staatshaushalte waren im Jahr 2012 weiter auf  Konsolidierungskurs: Der Staatssektor – dazu gehören Bund, Länder,  Gemeinden und Sozialversicherungen – beendete das Jahr nach noch  vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsüberschuss in Höhe  von 2,2 Milliarden Euro. Dabei reduzierte der Bund sein Defizit im  Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich, während die Gemeinden und vor allem die Sozialversicherungen wie schon im Jahr 2011 einen  kräftigen Überschuss erwirtschafteten. Gemessen am  Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen errechnet sich daraus für  den Staat eine Überschussquote von 0,1 %. Damit kann der Staat für  2012 erstmals seit 2007 wieder einen ausgeglichenen Haushalt  vorweisen. www.destatis.de. bip-info@destatis.de