Was ändert sich mit der EU-Datenschutzverordnung?

Datenschutz soll nicht Daten in irgendwelchen Servern beschützen, sondern uns und unsere Privatsphäre. Dieses Gesetz soll dabei helfen. Was ändert sich mit der EU-Datenschutz-Verordnung? Darf ich vorstellen? Das ist mein digitaler Zwilling. Je fleißiger ich hiermit teile, klicke, like, desto detaillierter wird er. Was sind meine Vorlieben? Wo bin ich? Was kaufe ich ein? Unternehmen ziehen daraus Schlüsse: scheinbar passende Werbung mag noch harmlos sein.

Aber was ist, wenn eine Bank mich wegen der Informationen nicht für kreditwürdig hält? Datenschutz-„Erklärungen“ sind oft ellenlang und in feinstem Juristen-Deutsch. Das soll besser werden: die Texte müssen klar und für jeden verständlich formuliert werden. 2011 musste der Jurastudent Max Schrems noch hart dafür kämpfen, dass ihm Facebook verrät, was alles über ihn gespeichert ist. In Zukunft haben wir ein Recht auf unkomplizierte Auskunft, was gespeichert ist. Auf Korrektur und auf Löschung. Wir müssen auch eine Kopie der Daten bekommen, wenn wir zum Beispiel von einem sozialen Netzwerk zu einem anderen wechseln wollen. Grundsätzlich gilt: Es sollen nur so viele Daten gesammelt werden wie nötig.

Eine Wetter-App braucht keinen Zugriff auf das mein Adressbuch und auf meine Fotos. Wer sich über Verstöße beschweren will, muss sich nicht mehr an Aufsichtsbehörden an den Firmensitzen wenden zum Beispiel in Irland. Das geht jetzt im eigenen Land und auf Deutsch. Neu und wichtig! Die Strafen werden deutlich schärfer. Zurzeit beträgt das Bußgeld bei uns maximal 300.000 Euro. Demnächst sind es 20 Millionen Euro oder 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Je nachdem was höher ist. Bei Facebook beispielsweise wären das 1,3 Milliarden Euro Strafe. Welche Folgen hat diese Verordnung für Internet-Giganten, kleine Unternehmen, Behörden, Vereine, Webseiten-Betreiber? Das ist bis ins Letzte noch nicht absehbar. Das Gesetz ist sehr komplex. Vieles werden Gerichte in den kommenden Jahren zu klären haben. Zumindest Verbraucherschützer sind jedoch zuversichtlich, dass wir hiermit unseren digitalen Zwilling besser kontrollieren können. Wenn wir denn wollen.

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