Wer kämpft in Syrien?

Wer kämpft in Syrien?

Mai 23, 2018 0 Von Michael Fraglos

Was 2011 mit einem Aufstand angefangen hat, hat sich schnell zu einem Krieg mit vielen Akteuren entwickelt. Wer kämpft eigentlich in Syrien? Zunächst ist da der Konflikt zwischen den syrischen Regierungstruppen von Präsident Assad auf der einen Seite und bewaffneten Oppositionellen auf der anderen Seite. Inzwischen sind das zig verschiedene Gruppen – die meisten islamistisch oder sogar terroristisch.

Die Terrormiliz Islamischer Staat verliert derzeit an Einfluss. Aus dem Ausland mischen verschiedene Akteure mit. Die Assad Unterstützer sind klar zu benennen: Russland, der Iran und die libanesische Hisbollah-Miliz, die vom Iran unterstützt wird. Russland ist traditionell Verbündeter Syriens. Unterhält dort Luftwaffenstützpunkte und eine Marinebasis. Russland geht es um militärischen und politischen Einfluss in der Region. Den will auch der Iran und unterstützt die Assad-Regierung mit Bodentruppen. Der Iran kann sich so über Syrien auch einen Zugang zum Mittelmeer verschaffen – und zur libanesischen Hisbollah. Die Miliz kämpft ebenfalls an der Seite Assads in Syrien. Die Front der Gegner des syrischen Regimes ist unübersichtlicher.

Sie alle sind nicht einfach nur gegen Assad. Auch sie haben ihre eigenen Interessen. Die USA haben gemeinsam mit einigen anderen Ländern – unter ihnen auch Deutschland – den Kampf gegen die IS-Terrormiliz in den Vordergrund gestellt. Die USA haben deshalb auch kurdische Milizen in Syrien unterstützt – unter anderen auch die YPG. Genau die bekämpft nun die Türkei im Norden Syriens – an der Grenzregion.

Die Türkei will verhindern, dass die Kurden Nordsyrien kontrollieren. Saudi-Arabien und Katar unterstützen unterschiedliche Gruppen der bewaffneten Opposition. Versuchen so mehr Einfluss in der Region zu gewinnen. Außerdem greift Israel zunehmend militärisch in Syrien ein. Will dort den wachsenden Einfluss seines Erzfeindes Iran begrenzen. Viele Akteure. Viele Interessen. Politisch, wirtschaftlich. Leidtragende sind vor allem die Zivilisten in Syrien. Mindestens elf Millionen Menschen sind auf der Flucht. Über die Hälfte innerhalb des Landes. Und bislang sind mindestens 400.000 Menschen gestorben.