Was die Arbeitslosenzahl verbirgt

Was die Arbeitslosenzahl verbirgt

Juli 13, 2018 0 Von Peter Dietrich

Immer weniger Arbeitslose. Vergangenes Jahr: nur 2,53 Millionen.

So wenige wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Doch es gibt einen Haken: Bei dieser Zahl sind viele nicht dabei, obwohl sie ohne Job sind. Für die Behörden sind nämlich nur die arbeitslos, die jederzeit einen Job durch die Bundesagentur annehmen könnten.

Viele, die arbeitslos sind, fallen raus aus der Statistik. Zum Beispiel Arbeitslose, die gerade eine Fortbildung machen, etwa wie man sich richtig bewirbt. Auch nicht dabei: Arbeitslose, die älter als 58 sind und seit mindestens einem Jahr keinen Job mehr haben. Und schließlich fehlen in der Statistik Arbeitslose, die sich krank gemeldet haben oder nicht mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten können.

Und noch eine weitere Gruppe fehlt in der Arbeitslosenzahl: Die sogenannten Ein-Euro-Jobber. Sie erhalten ein bis zwei Euro pro Stunde für kleine Tätigkeiten etwa bei Städten und Gemeinden. Arbeitslosengeld erhalten sie trotzdem, aus der Statistik sind sie aber raus. Alle diese Gruppen verschweigt die Statistik nicht, sie fasst sie nur zusammen, unter einem anderen Begriff. “Unterbeschäftigung”? Doch es kommen sogar noch mehr hinzu, nämlich diejenigen, die die Bundesagentur für Arbeit gar nicht kennt. Beispiel: Mütter, die wieder einsteigen wollen.

Arbeitslos melden bringt ihnen oft wenig, weil sie selten Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. So niedrig wie die Arbeitslosigkeit angegeben wird, ist sie eigentlich also nicht. Es kommt drauf an, wie man rechnet. Übrigens: Etliche Male wurde die Berechnung der Arbeitslosigkeit geändert. Fast immer ist die Zahl der Arbeitslosen dadurch gesunken.