Warum gibt es eigentlich Zölle?

Warum gibt es eigentlich Zölle?

August 1, 2018 0 Von Peter Dietrich

Zölle machen ausländische Waren teurer. Warum gibt es überhaupt Zölle? Zölle waren schon immer für Staaten eine einfache Möglichkeit, Geld einzunehmen. Zölle machen importierte Waren teurer. Damit sollen auch die einheimischen Produkte – also die Wirtschaft – vor ausländischer Konkurrenz geschützt werden. Eine Form von Protektionismus. Demgegenüber steht die Idee vom freien Welthandel. Also von einer Welt ohne Zölle. Importe und Exporte sollen damit erleichtert, die Wirtschaft ankurbelt werden. Das soll Wohlstand bringen. Zölle abzubauen – ist das Ziel der Welthandelsorganisation WTO mit ihren 164 Mitgliedern. Die WTO hat gemeinsame Handelsregeln. Beispielsweise um Dumping zu verhindern. Wenn ein Mitglied findet, dass ein anderes Mitglied gegen die Regeln verstößt, kann es sich bei der WTO beschweren. Die überprüft im Einzelfall dann, ob ein Zoll gerechtfertigt ist. Weltweit sind die Zölle im Durchschnitt gesunken. 1994 lag das weltweite Zollniveau der tatsächlich erhobenen Zölle noch bei etwa 12 Prozent des Warenwertes. 2015 bei weniger als 5 Prozent. Innerhalb der EU gibt es seit mehr als 25 Jahren gar keine Zölle mehr. Doch auf viele Produkte, die von außen kommen, erhebt die EU Zölle. Das sind Einfuhrzölle oder auch Zölle, die gezielt Dumping verhindern sollen. Beispielsweise gegenüber China. Der normale Einfuhrzoll auf Fahrräder liegt bei 15 Prozent. Bei chinesischen Fahrrädern verlangt die EU bis zu 48,5 Prozent auf die 15 Prozent obendrauf. So soll die Fahrradindustrie der EU vor Dumpingpreisen geschützt werden. Mit Zustimmung der WTO. Wichtigster Handelspartner der EU sind die USA. Fast 5.000 Produkte werden zwischen den USA und der EU gehandelt. Bei 48 Prozent aller Produkte verlangt die EU einen höheren Zollsatz als die USA. Bei 30 Prozent aller Produkte verlangen die USA höhere Zölle als die EU. Laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut ifo ist die EU bezüglich der Zollsätze insgesamt etwas protektionistischer als die USA. Nun kommt US-Präsident Trump mit seinen umstrittenen Zöllen, die die US-Wirtschaft schützen sollen. Darüber haben sich die EU und Staaten wie China, Indien oder Russland bei der WTO beschwert. Einige haben inzwischen mit Gegenzöllen reagiert. Die Folge: Schutzzölle schaukeln sich hoch. Das könnte gravierende Folgen für die Weltwirtschaft haben.